Joggen mit einer Bulldogge – Tipps und Erfahrungen


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Nicht-Bulldoggen-Menschen assoziieren mit Bulldoggen unsportliche, dicke Hunde, die nach Luft schnappend, schwer atmend durch die Gegend röcheln. Dabei stecken in manchen Bulldoggen tatsächlich kleine Supersportler.

Gemeint sind selbstverständlich nicht die typischen Englischen Bulldoggen, aber ihre gesündere Verwandtschaft, wie etwa die Old English Bulldogge, kann schon einiges an Kilometern machen ohne dabei außer Atem zu kommen. Und selbst die quadratisch-praktischen Französischen Bulldoggen können ambitionierte Mini-Athleten sein, vorausgesetzt man führt sie langsam ans Laufen heran.

Kürzlich schrieb mich ein facebook-Nutzer auf der Fanpage von Madox an, der sich für das Joggen mit einer Bulldogge interessierte und mich zu diesem Beitrag inspirierte: „Wann habt Ihr angefangen, mit was für Distanzen und wie lange braucht Ihr für die 10 km?“ Und da dieses Thema eventuell auch andere Bulldoggen-Kumpel interessieren könnte, gibt es im Folgenden die Antwort und Tipps zum Joggen mit einem Bully.

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Zuallererst muss ich aber den virtuellen Zeigefinger kurz erheben: Man sollte keinesfalls schon im jungen Alter mit einem Hund einen Halbmarathon laufen, speziell Bulldoggen sind erst mit ca. zwei Jahren vollständig ausgewachsen. Die Gelenke und Knochen können durch eine zu starke Belastung dauerhaft geschädigt werden, wenn sie noch im Wachstum sind. Daher bitte nicht zu früh starten. Weiterhin ist zu beachten, dass Bulldoggen, die stark durch ihr Gaumensegel in der Atmung beeinträchtigt werden, generell nicht zum Joggen geeignet sind. Und im Allgemeinen gilt: Sensibilität ist alles. Der Hund gibt das Tempo vor, nicht der Mensch. Daher ist es wichtig, auf das Verhalten des Bullys zu achten, Ermüdungserscheinungen zu erkennen und eine Pause einzulegen.

Madox und ich haben mit dem Laufen angefangen, da war er ca. zwei Jahre alt. Gestartet sind wir mit ca. zwei Kilometern, wobei mir offen gestanden schneller die Puste ausgegangen ist als Madox. Der hatte zu diesem Zeitpunkt bereits eine Gaumensegel-OP hinter sich und war dementsprechend „fit“. Jede Woche sind wir ein Stück weiter gelaufen – und siehe da: Bereits nach einem knappen Jahr haben wir schon die zehn Kilometer innerhalb einer Stunde und zehn Minuten geschafft. Wobei Madox in der Regel sicherlich auf mindestens 15 Kilometer gekommen ist; Enten jagen hier, schnüffeln da, Stöckchen suchen dort, immer der schnorchelnde Nase entlang.

Im Winter ist joggen generell kaum problematisch, im Sommer sieht es temperaturbedingt anders aus. Dann empfiehlt es sich entweder ganz früh morgens laufen zu gehen oder spät abends. Im Hochsommer schmeiße ich Madox oft schon gegen fünf Uhr aus dem Körbchen. Die Luft ist dann ganz wunderbar und der Start in den Tag umso schöner. Kann ich nur empfehlen!

Natürlich nervt es, wenn Spaziergänger meinen, es besser zu wissen, und mit dummen Kommentaren, wie „Hör dir mal den überzüchteten Hund an“ oder „Tierquälerei“, auf Madox‘ Röcheln aufmerksam machen. Allerdings sind das zum Glück die unbedachten Ausnahmen. Die meisten staunen nicht schlecht, wenn der kleine Muskelprotz einmal rund um den See rennt und dabei freudig von links nach rechts springt. Und auf lauthalses Staunen: „Boaaah! Der ist aber durch trainiert! Hat der Muckis!“ gibt es auch gerne ein stolzes Lächeln. Von mir und Madox.


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